Chagall bis Draheim: Die Galerie Fetzer in Sontheim an der Brenz

Von Ulrich Von Döltzschen 15. November 2008, 01:52 Uhr

Es begann alles ganz unspektakulär. Chris und Berni Fetzer waren damals noch ein angesehenes Unternehmer-Ehepaar in dem kleinen württembergischen Ort Sontheim an der Brenz nahe der Grenze zu Bayern. Die Fetzers unterhielten hier seit Generationen einen Mühlenbetrieb. Inzwischen sind beide im (Un-)Ruhestand. "Ich komme von drüben", sagt Chris Fetzer, und spielt darauf an, dass sie eine Bayerische Schwäbin ist. Und wie kamen sie auf die Kunst? "Wir sind Sammler und daraus hat sich die Galerie ergeben"; erklärt Berni Fetzer. "Anfangs was uns gefiel, inzwischen haben wir uns auf Original-Grafik von Chagall und Picasso spezialisiert." Ergab sich das zufällig? "Nein. Auf einer Auktion sahen wir 1977 die Chagall-Mappe "Daphnis und Chloe", aber die 42 Blätter waren uns zu teuer. Wir beschlossen, sie dennoch zu erstehen und dann einige Blätter wieder zu verkaufen. Das war unsere erste Ausstellung. Damals lebten wir auch noch hier im Haus (Sontheimer Straße 18)."

Ganz nebenbei werden die Fetzers als Experten und Gutachter für Picasso- und Chagall-Grafik geschätzt. "Original-Grafik ist etwas, was mich begeistert!" gesteht Fetzer und spricht von Papieren und Erhaltungsgrad der Blätter, "und sie war auch für die Künstler sehr wichtig." Seit wann zeigen Sie auch zeitgenössische Kunst? "Das kam relativ schnell nach dem Start. Zurzeit (bis 28.11.) ist Malerei des Berliners Rudolf Draheim zu sehen. "Wir entdeckten ihn 1989 im Kunstverein Heidenheim, in einer Gruppenausstellung war ein Bild von ihm. Das gefiel uns so, dass wir es erworben haben."

Die Ausstellung gibt stichpunktartig einen Überblick über Draheims Schaffen der vergangenen zehn Jahre. Noch beherrscht das leuchtende Fließen und Schwingen, Wogen und Brechen in seinen Bildern die Galerie. Man spricht leise, als wolle man die Emotionen in den Werken (480 bis 7200 Euro) unterschiedlichster Formate nicht stören.